Springe zum Inhalt

Lost Place: DDR-Grenzgebäude am Bahnhof Schwanheide
Vergitterte Fenster, löchriges Dach: Hier waren die Grenzeinheiten der DDR stationiert

Das war ein abenteuerlicher Ausflug ins westliche Mecklenburg. Am Bahnhof Schwanheide, wo heute Regionalzüge halten, die Schnell- und Güterzüge durchrauschen, steht ein häßlicher Betonklotz. Die Fenster sind scheibenlos, doch vergittert, die Wände beschmiert, Schutt lagert auf dem Gelände, seit vielen Jahren schon, wie es aussieht. Verkauft wurde es an verschiedene Investoren, eine wirtschftliche Nutzung scheint kaum umsetzbar*. In den 1980-er Jahren waren hier die Grenztruppen der DDR untergebracht. Sie kontrollierten alle Züge auf der Transitstrecke Hamburg - Berlin und im grenzüberschreitenden Verkehr. Das taten sie äußerts penibel, berichtete Norbert Weise, der ehemalige Fahrdienstleiter der Deutschen Reichsbahn.

...weiterlesen "Mit der Nordtour unterwegs: Lost Place am Bahnhof Schwanheide"

Meine Heimat, das ist keine Stadt, das ist kein Dorf, meine Heimat ist dieser fucking Planet. Der ganze. Die blaue Kugel, die im endlosen All schwebt, das Etwas umgeben von Nichts. Die blaue Murmel auf ihrer Bahn um die gelbe Lampe, ansonsten Milliarden von Kilometern nach da und nach dort, Lichtjahre, unendliche Weiten, leerer, leerer Raum.

Meine Heimat, das ist keine Stadt, das ist kein Dorf, meine Heimat ist dieser fucking Planet. Der ganze. Die blaue Kugel, die im endlosen All schwebt, das Etwas umgeben von Nichts. Die blaue Murmel auf ihrer Bahn um die gelbe Lampe, ansonsten Milliarden von Kilometern nach da und nach dort, Lichtjahre, unendliche Weiten, leerer, leerer Raum.

...weiterlesen "Heimatplanet"

Mann mit grüner Mütze udn grauen Haaren - CC0

Zenit überschritten, die Hälfte ist rum, längst. Grau, nicht mehr braun. Aber auch noch nicht beige. Durchschnittsalter von M-V plus 8,1 ergibt 55,5. Jahre. Näher an der Rente, als am dreißigsten Geburtstag. Ne, fuck, näher als am Vierzigsten! Zwei Mal täglich Blutdrucktabletten, leichtes Übergewicht. Leichtes!

Baum gepflanzt: Check
Buch geschrieben: Check
Kind gezeugt: negativ

...weiterlesen "Fünfundfünfzig komma fünf (nicht lustig!)"

Collage Oliver Hübner in verschiedenen Situationen, Podcast mit Lesebühne, am Lost Place

Die Sonne ist zum letzten Mal für dieses Jahr hinter dem Horizont verschwunden. Nicht dass sie es geschafft hätte, die graue Wolkenmasse in den verganenen Wochen häufig zu durchdringen, doch aus dunkelgrau wurde am frühen Abend schon die Nacht. Es böllert hier und dort, die Glühweinstände des Schweriner Weihnachtsmarktes werden auf großen Anhängern über die Ringstraße ins Sommerlager gefahren. Bevor es in wenigen Stunden das neue Jahr feierlich zu begehen gilt, blicke ich auf die vergangenen Monate zurück. Und ich bemerke, dass es gar nicht so wenig war, was mich an Projekten rund ums Schreiben in diesem Jahr beschäftigt hat, obwohl die Zeit wie Sand zwischen den Fingern zerronnen scheint.

...weiterlesen "Lost Places, Podcasts, Lesebühne, ein neues Blog und Gedichte – Jahresfragmente"

2

Lost & Dark Places Münsterland
Cover von "Lost & Dark Places Münsterland", erschienen im Herbst 2023 im Bruckmann-Verlag

Nun ist es eine Lost-Places-Trilogie! Ausflüge mit Nervenkitzel, ganze Wochenenden am Schreibtisch, doch nun liegt es druckfrisch auf dem Tisch. Zwischen Lippe und Teutoburger Wald war ich bis zum Frühjahr unterwegs und habe verlassene Orte besucht. 33 unheimliche und ungenutzte Orte im Münsterland habe ich gefunden. Deren Geschichte erzählt der Band "Lost & Dark Places - Münsterland", der Anfang Oktober im Bruckmann-Verlag erschienen ist.

...weiterlesen "Lost & Dark Places zum Dritten – Verlorene Orte im Münsterland"

1

Lost & Dark Places Vorpommern, Oliver Hübner
Unterwegs in Vorpommern, Ueckermünde

Abgegeben. Gestern. E-Mail verschickt, im Anhang lud_places_münsterland_22030522_final.docx. Was habe ich dran gesessen! Stunde um Stunde, Tage, Wochen, Monate. Und nun ist es weg. Abgegeben. Ein freier Abend. Seltsam. Dumdideldum, was tun?

...weiterlesen "Abgegeben – What a wonderful world this must be"

Titel Vorpommern
Cover "Lost & Dark Places Vorpommern und Rügen"

Als im Herbst 2022 die "Lost & Dark Places Mecklenburg" erschienen, war ich gerade erneut unterwegs. Ich besuchte Orte noch weiter im Nordosten, auf Rügen, Usedom und dem Hinterland Vorpommerns. Es gab wieder einiges zu entdecken: Klostermauern in Eldena, an der Peene und bei Anklam, die Heeresversuchsanstalt auf Usedom, ein niemals fertig gestelltes Ostseebad der Nationalsozialisten auf Rügen, Guts- und Herrenhäuser, Wasserburgen, Festungen. Zwischen Fischland und dem Stettiner Haff machte ich einige überraschende und auch schaurige Entdeckungen.

...weiterlesen "Klostermauern, Brücken, Nazibauten: Lost Places in Vorpommern"

Titel Lost Places Mecklenburg

Es war irgendwann in den späten Nuller-Jahren, 2007 oder 2008. Mit Gleichgesinnten streifte ich durch die Wälder um Schwerin. Gasmasken der Roten Armee in verlassenen Bunkern, kriechen durch Tunnelanlagen auf zugewachsenen Schießplätzen, in leere Öltanks herabsteigen, auf brüchigen Leitern die Galerieebene verlassener Lagerhallen erklimmen. Sogar das Wrack eines gestrandeten Betonschiffs vor der mecklenburgischen Küste habe ich erkundet. Heute heißt das Urbex - Urban exploration - oder auch Lost Places entdecken.

...weiterlesen "Urbex, Bunker, Gruselorte: Lost Places in Mecklenburg"

2

Keine EC-Kartenzahlung

Gerade schreibe ich einen Blogartikel. Den habe ich mit einem Warnhinweis ausgestattet: "Keine Kartenzahlung möglich". Nein, nein, keine Sorge. Ihr müsst nicht bezahlen, um den Artikel zu lesen, liebe/r Leser/in. Ebenso muss ich nicht bezahlen, um ihn zu schreiben. Jedenfalls nicht über die Beträge hinaus, die ich für mein Hosting sowieso bezahle. Trotzdem ist die Aussage richtig. Ich schreibe, Ihr lest, beides ist möglich, obwohl niemand von uns in dieser Zeit mit der Karte bezahlt.

...weiterlesen "Keine Kartenzahlung möglich"

Schreiben

Eigentlich finde ich, es ist großer Mist. Es gib nichts Schlimmeres als über das Schreiben zu schreiben. Metabetrachtungen über das Schreiben, quasi. Das ist wie lesen über das Essen. Es ist einfach nicht essen. Also auch nicht richtig schreiben.

In dem Moment, da ich schreibe, mich ans Werk begebe, über Inhalte nachsinne, über eine Geschichte, ein Thema, einen Plot, über einen Stil, eine Erzählperspektive, vielleicht auch schon über literarische Kniffe und pointierte Momente nachdenke, da mache ich mir Gedanken über das Schreiben.

...weiterlesen "Metabetrachtungen über das Schreiben"