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Titel Lost Places Mecklenburg

Es war irgendwann in den späten Nuller-Jahren, 2007 oder 2008. Mit Gleichgesinnten streifte ich durch die Wälder um Schwerin. Gasmasken der Roten Armee in verlassenen Bunkern, kriechen durch Tunnelanlagen auf zugewachsenen Schießplätzen, in leere Öltanks herabsteigen, auf brüchigen Leitern die Galerieebene verlassener Lagerhallen erklimmen. Sogar das Wrack eines gestrandeten Betonschiffs vor der mecklenburgischen Küste habe ich erkundet. Heute heißt das Urbex - Urban exploration - oder auch Lost Places entdecken.

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Keine EC-Kartenzahlung

Gerade schreibe ich einen Blogartikel. Den habe ich mit einem Warnhinweis ausgestattet: "Keine Kartenzahlung möglich". Nein, nein, keine Sorge. Ihr müsst nicht bezahlen, um den Artikel zu lesen, liebe/r Leser/in. Ebenso muss ich nicht bezahlen, um ihn zu schreiben. Jedenfalls nicht über die Beträge hinaus, die ich für mein Hosting sowieso bezahle. Trotzdem ist die Aussage richtig. Ich schreibe, Ihr lest, beides ist möglich, obwohl niemand von uns in dieser Zeit mit der Karte bezahlt.

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Schreiben

Eigentlich finde ich, es ist großer Mist. Es gib nichts Schlimmeres als über das Schreiben zu schreiben. Metabetrachtungen über das Schreiben, quasi. Das ist wie lesen über das Essen. Es ist einfach nicht essen. Also auch nicht richtig schreiben.

In dem Moment, da ich schreibe, mich ans Werk begebe, über Inhalte nachsinne, über eine Geschichte, ein Thema, einen Plot, über einen Stil, eine Erzählperspektive, vielleicht auch schon über literarische Kniffe und pointierte Momente nachdenke, da mache ich mir Gedanken über das Schreiben.

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Neulich im MRT
Neulich im MRT, Grafik: Gerald Hross

El Paso, Texas
Der Presslufthammer machte ohrenbetäubenden Lärm. Jorge Oliveiro stand mit verbundenen Augen am Ende der Straße. Die Sonne brannte auf seinen Kopf und machte den Sand unter seinen Füßen zu einem heißen, trockenen Beton. Innerlich verfluchte er Gott, seine Eltern und vor allem die drei Männer, die mit ihm hier waren, am Ende der Straße, in der Wüste von El Paso, Texas.

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lohnenswert

Heute im Radio, da war es wieder, dieses Wort: „Die Aktion des Notenbankchefs ist lohnenswert. Sie bewirkt, dass die Anleger …“ Hä? Lohnenswert? In einer seriösen Berichterstattung im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk? Seltsam! Anderes Beispiel: "Das war mal ein lohnenswerter Einsatz des Mittelfeldspielers, der komplette Schwung aus dem Angriff des Gegners läuft ins Leere …“

Lohnenswert. Was will mir das sagen? Das ist eine Nullaussage! Oder eine doppelte!

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Oli Blognacht
Oli in der Blognacht

Alle freuen sich, dass sie noch normal sind, doch was Besonderes möchte jeder sein!

Das sang Zoff, aus dem Sauerland, die habe ich in meiner Jugend gehört: Sauerland, Sauerland!

Jetzt bin ich 50plus. Vielleicht die Zeit, in der viele Männer eine Midlife Crisis bekommen. Weil Ziele nicht erreicht wurden, weil das Selbstbild ins Wanken gerät, weil zwischen Anspruch und Wirklichkeit Lücken klaffen, die größer werden, von Jahr zu Jahr. Weil der kleine Bruder Porsche fährt und ich noch den 3er BMW. Hey Boomer, alles frisch? Spoiler: für den Boomer bin ich, glaube ich, knapp zu jung, Jahrgang 1968, ein Kind der Revolution.

Mir war es immer wichtig, anders zu sein.

Ich lasse diesen Satz mal eine Weile wirken. Mal sehen, wir er wirkt. Dann merke ich, ob er stimmt.

Vielleicht stimmt er.

...weiterlesen "Das mache ich, aber anders (als alle anderen)"

An der Weser (NRW)
... der Tag, wenn ich die Weser überquer

Herzlichen Glückwunsch, mein liebes Heimat- und Bindestrich-Bundesland Nordrhein-Westfalen! Heute hast Du Geburtstag, Du wirst 75 Jahre alt! Ich singe Dir aber kein Geburtstagslied.

Im Rheinland und im Ruhrgebiet sing ich Dein Lied
In Ostwestfalen und im Lipperland ist es bald bekannt

Einst sang ich Deine Hymne. Die möchte ich heute, nur in Textform, zum Besten geben. Ich schrieb sie 2012 für ein wunderbares Lesebühnenprojekt, das "Ministerium für Satz, Bau & Zeichen", das zu Füßen des Schweriner Doms, leider nur wenige Male, tagte.

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Berlin
Junger Mann, kommst Du nach Berlin ...

Es ist Freitagnachmittag. Ein Tag im Frühsommer 1988. Schülerinnen und Schüler kommen aus einem großen Schulgebäude in Unna. Darunter ein junger Mann, Oliver H., auf dem Weg zu seinem Fahrrad. Er mag zwei-drei Gläser Sekt getrunken haben. Ein Herr mittleren Alters nähert sich ihm. Es beginnt folgender Dialog:

...weiterlesen "Gehst du in die Welt, so lass dir raten …"

In Schwerin gibt es einen wunderschönen Weg. Er führt vom Schlosspark am Schweriner See entlang bis zum Zippendorfer Strand, der Franzosenweg. Im Jahr 2016 durfte ich für "Die Schweriner" einen Artikel lang von ihm schwärmen.
Startpunkt im Park: 4,0 Kilometer bis Zippendorf, 3734 Meter Franzosenweg

In Schwerin gibt es einen wunderschönen Weg. Er führt vom Schlosspark am Schweriner See entlang bis zum Zippendorfer Strand: der Franzosenweg. Im Jahr 2016 durfte ich für "Die Schweriner" einen Artikel lang von ihm schwärmen. Da das wundervolle online Magazin für die Landeshauptstadt seit einer Weile in Schlaf verfallen ist, schwärme ich nun hier nochmals (Originaltext vom 16.03.2016):

...weiterlesen "Meine Traumstraße in Schwerin: der Franzosenweg"

Ich lernte offene und interessierte Menschen bei meinen Reisen in den USA kennen. Wie entwickelt sich das Land nach Trump?
Oli in Amerika
Helle Hochhäuser, hohe Hellhäuser, laue Nacht in Charlotte, NC

Freiheit, weites Land, unbegrenzte Möglichkeiten. Amerika, die Vereinigten Staaten, das hat immer noch diesen Klang vom Marlboro-Mann und der Route 66.

Bisher war ich drei Mal in den USA. Zuletzt 2011. Das erste Mal im Jahr 2000. Ich sah in New York die Twin Towers. Ich durfte für drei Tage eintauchen in den endlosen Dschungel dieser unglaublichen Großstadt. Von Brooklyn aus sah ich die Skyline von Manhattan, fuhr mit irgendwelchen U-Bahnlinien zu Straßen, die Nummern als Namen hatten. Ich joggte durch den Central Park, wo ich sonst Filmfiguren spazieren oder sich küssen sah. Und ich warf einen Blick auf die Freiheitsstatue und die gelben Fähren, die den Hudson River kreuzten. Sogar die Gullis sah ich dampfen, genauso, wie im Film. Es war der Oktober im Jahr 2000.

...weiterlesen "Unbegrenzte Möglichkeiten – Gedanken über ein gespaltenes Land"